Der proprietäre digitale Token von JPMorgan Chase, JPM Coin, verfügt über neue programmierbare Funktionen, die es Firmenkunden ermöglichen, bedingte Auslöser für Zahlungen festzulegen. Zu den ersten Anwendern dieser Funktion zählen der deutsche Industrieriese Siemens und die Reederei FedEx.

„Wenn wir über digitale Währungen und tokenisierte Einlagen sprechen, war der heilige Gral schon immer die Fähigkeit, Zahlungen zu programmieren“, sagte Naveen Mallela, Leiterin von Coin Systems bei Onyx, der Blockchain-Abteilung von JPMorgan.

Mit programmierbaren Zahlungen können Unternehmen ihre Konten so konfigurieren, dass Gelder automatisch überwiesen werden, wenn bestimmte voreingestellte Bedingungen erfüllt sind, wie etwa überfällige Rechnungen oder Nachschussforderungen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit von Dauerzahlungsaufträgen zu festen Zeiten oder Beträgen. Stattdessen können Übertragungen sofort erfolgen, wenn die vordefinierten Regeln ausgelöst werden.

Laut Mallela nutzte Siemens diese Woche programmierbare Zahlungen, um Notfallgeldtransfers einzurichten. Auch FedEx und der Agrarkonzern Cargill planen, die Funktion bald zu nutzen.

Die neue Funktionalität baut auf der bestehenden Fähigkeit von JPM Coin auf, Echtzeit-Geldtransfers zwischen JPMorgan-Konten weltweit zu ermöglichen. Der 2019 eingeführte digitale Token läuft auf der autorisierten Ethereum-basierten Blockchain der Bank namens Onyx. Es hat sich schnell durchgesetzt und soll Berichten zufolge täglich Überweisungen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar abwickeln.

JPMorgan hat Blockchain-, Tokenisierungs- und andere kryptobezogene Projekte aggressiv vorangetrieben. Die Onyx-Plattform unterstützt auch den Handel mit tokenisierten Wertpapieren. Die Bank hat kürzlich Großkunden wie Goldman Sachs und BNP Paribas bei der Abwicklung von tokenisierten Staatsanleihen und US-Dollar im Wert von fast 700 Milliarden US-Dollar unterstützt.

Letzten Monat ermöglichten die Onyx- und TCN-Plattformen von JPMorgan BlackRock die Tokenisierung von Geldmarktfondsanteilen, die Barclays dann als Sicherheit für einen außerbörslichen Derivatekontrakt akzeptierte.